Pädagogik & Soziales
Stellenbeschreibung Erzieherin – Muster & Textbausteine
Mit einer präzisen Stellenbeschreibung Erzieherin legen Träger und Kita-Leitung Aufgaben, Verantwortung und Eingruppierung verbindlich fest. Unser Muster deckt Bildungsarbeit nach SGB VIII, Elternarbeit, Kinderschutz und Dokumentation ab. Alle Textbausteine lassen sich direkt in Ihre Vorlage übernehmen und an die Konzeption Ihrer Einrichtung anpassen.
Einleitung & Positionsbeschreibung
Positionsprofil
Die Stelleninhaberin / der Stelleninhaber ist als pädagogische Fachkraft für die Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder gemäß § 22 SGB VIII sowie dem Bildungsplan des jeweiligen Bundeslandes verantwortlich. Die Tätigkeit erfolgt im Rahmen der Einrichtungskonzeption und der trägerinternen Qualitätsstandards.
Ziel der Stelle
Ziel der Stelle ist die ganzheitliche Förderung jedes Kindes in seiner Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Die Stelleninhaberin / der Stelleninhaber gestaltet dazu verlässliche Beziehungen, anregende Lernumgebungen und eine aktive Erziehungspartnerschaft mit den Familien.
Aufgaben & Tätigkeiten
Zu den Aufgaben einer Erzieherin gehört die Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder nach § 22 SGB VIII und dem Bildungsplan des jeweiligen Bundeslandes. Sie plant die pädagogische Arbeit, begleitet Freispiel und gezielte Bildungsangebote und dokumentiert die Entwicklung der Kinder mit anerkannten Beobachtungsverfahren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Elternarbeit mit Aufnahme-, Eingewöhnungs- und Entwicklungsgesprächen. Hinzu kommen der Kinderschutz nach § 8a SGB VIII, alltagsintegrierte Sprachbildung und die Mitwirkung an der pädagogischen Konzeption.
Pädagogische Kernarbeit
Die Stelleninhaberin / der Stelleninhaber plant, gestaltet und reflektiert die pädagogische Arbeit auf Grundlage des Situationsansatzes und des geltenden Bildungsplans. Dazu gehören die Begleitung des Freispiels, gezielte Bildungsangebote in allen Bildungsbereichen sowie die Durchführung von Projekten, die an den Lebenswelten und Interessen der Kinder anknüpfen.
Beobachtung & Entwicklungsdokumentation
Die Entwicklung der Kinder wird mit anerkannten Beobachtungsverfahren systematisch erfasst und in Portfolios bzw. Bildungsdokumentationen festgehalten. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die individuelle Förderplanung sowie für die regelmäßigen Entwicklungsgespräche mit den Erziehungsberechtigten.
Elternarbeit & Erziehungspartnerschaft
Die Stelleninhaberin / der Stelleninhaber führt Aufnahme-, Eingewöhnungs- und Entwicklungsgespräche, gestaltet Elternabende mit und pflegt den täglichen Austausch mit den Familien. Die Eingewöhnung neuer Kinder wird nach dem in der Einrichtung verankerten Modell, etwa dem Berliner Eingewöhnungsmodell, individuell begleitet.
Kinderschutz & Aufsichtspflicht
Die Stelleninhaberin / der Stelleninhaber gewährleistet die Aufsichtspflicht während der gesamten Betreuungszeit und setzt das Schutzkonzept der Einrichtung um. Bei gewichtigen Anhaltspunkten für eine Kindeswohlgefährdung erfolgt das Vorgehen nach § 8a SGB VIII einschließlich der Dokumentation und der Hinzuziehung einer insoweit erfahrenen Fachkraft.
Sprachbildung & Inklusion
Alltagsintegrierte Sprachbildung wird in allen Situationen des Tagesablaufs umgesetzt und mit geeigneten Verfahren beobachtet und dokumentiert. Kinder mit besonderem Förderbedarf werden auf Grundlage individueller Förderpläne begleitet; dazu arbeitet die Stelleninhaberin / der Stelleninhaber mit Frühförderstellen und therapeutischen Fachdiensten zusammen.
Team- & Konzeptionsarbeit
Die Stelleninhaberin / der Stelleninhaber nimmt an Teamsitzungen, Konzeptions- und Fachtagen teil und wirkt an der Weiterentwicklung der pädagogischen Konzeption sowie des Qualitätsmanagements mit. Die Anleitung von Praktikantinnen und Praktikanten sowie Auszubildenden in praxisintegrierter Ausbildung gehört nach Absprache mit der Leitung ebenfalls zum Aufgabenbereich.
Organisation, Hauswirtschaft & Hygiene
Zum Aufgabenbereich gehören die Strukturierung des Tagesablaufs, die Vor- und Nachbereitung der Gruppenräume sowie die Begleitung der Mahlzeiten. Die Vorgaben des Hygieneplans und des Infektionsschutzgesetzes werden eingehalten; Sicherheitsmängel an Räumen, Außengelände oder Spielmaterial werden unverzüglich an die Leitung gemeldet.
Anforderungen & Qualifikationen
Fachliche Qualifikation
Vorausgesetzt wird die staatliche Anerkennung als Erzieherin bzw. Erzieher nach Abschluss einer Fachschule für Sozialpädagogik oder ein abgeschlossenes Studium der Kindheitspädagogik bzw. Sozialen Arbeit. Die Stelleninhaberin / der Stelleninhaber muss die Fachkraftanforderungen des jeweiligen Landesrechts erfüllen.
Rechtliche Voraussetzungen
Erforderlich sind ein erweitertes Führungszeugnis nach § 30a BZRG ohne einschlägige Eintragungen, der Nachweis eines ausreichenden Masernschutzes nach § 20 IfSG sowie ein gültiger Erste-Hilfe-Kurs mit Schwerpunkt auf Maßnahmen am Kind.
Fachkenntnisse
Erwartet werden fundierte Kenntnisse des Bildungsplans des Bundeslandes, der Grundlagen des SGB VIII sowie anerkannter Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren. Vertrautheit mit Partizipation, Kinderrechten und Beschwerdeverfahren für Kinder ist Bestandteil des Anforderungsprofils.
Kommunikative Kompetenzen
Die Stelle erfordert sichere Gesprächsführung mit Erziehungsberechtigten, auch in Konflikt- und Beratungssituationen, sowie eine klare, wertschätzende Kommunikation im Team. Hinzu kommt die Fähigkeit, Beobachtungen fachlich fundiert schriftlich und mündlich darzustellen.
Persönliche Kompetenzen
Vorausgesetzt werden ein feinfühliger, ressourcenorientierter Umgang mit Kindern, Verlässlichkeit in der Aufsichtsführung sowie die Bereitschaft, das eigene pädagogische Handeln regelmäßig zu reflektieren und Rückmeldungen aus dem Team aufzunehmen.
Wünschenswerte Zusatzqualifikationen
Von Vorteil sind Zusatzqualifikationen wie die Befähigung zur Praxisanleitung, Fortbildungen in alltagsintegrierter Sprachbildung, Erfahrung in der Arbeit mit Kindern unter drei Jahren oder eine Qualifizierung als Fachkraft für Inklusion.
Benefits & Arbeitgeberleistungen
Tarifliche Vergütung & Sonderzahlungen
Die Vergütung erfolgt nach TVöD SuE in der Entgeltgruppe S8a bzw. S8b einschließlich Jahressonderzahlung, leistungsorientierter Bezahlung und der monatlichen SuE-Zulage. Einschlägige Berufserfahrung wird bei der Stufenzuordnung berücksichtigt.
Zusatzversorgung & Vorsorge
Der Träger bietet eine betriebliche Altersvorsorge über die Zusatzversorgungskasse des öffentlichen Dienstes sowie vermögenswirksame Leistungen. Damit entsteht neben der gesetzlichen Rente ein zusätzlicher Versorgungsanspruch.
Urlaub & Entlastung
Es gelten 30 Urlaubstage sowie zwei zusätzliche Regenerationstage nach TVöD SuE. Für die mittelbare pädagogische Arbeit stehen feste Verfügungszeiten zur Vor- und Nachbereitung sowie für Dokumentation und Elterngespräche zur Verfügung.
Fort- & Weiterbildung
Jährliche Fortbildungstage, einrichtungsinterne Fachtage und Supervision sind fester Bestandteil der Personalentwicklung. Weiterqualifizierungen, etwa zur Praxisanleitung, zum Fachwirt für Erziehungswesen oder zur stellvertretenden Leitung, werden zeitlich und finanziell unterstützt.
Gesundheit & Mobilität
Der Träger beteiligt sich am Deutschlandticket und bietet Fahrradleasing sowie Angebote des betrieblichen Gesundheitsmanagements, darunter ergonomische Ausstattung im Gruppendienst und Präventionskurse.
Rahmenbedingungen
Arbeitszeit
Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt 39 Stunden in Vollzeit; Teilzeitmodelle sind möglich. Der Einsatz erfolgt im Rahmen der Öffnungszeiten der Einrichtung nach Dienstplan, ergänzt um Teamsitzungen, Elternabende und Konzeptionstage außerhalb der Betreuungszeiten.
Organisatorische Einordnung
Die Stelleninhaberin / der Stelleninhaber untersteht fachlich und disziplinarisch der Einrichtungsleitung. Weisungsbefugnis besteht gegenüber zugeordneten Praktikantinnen und Praktikanten sowie Auszubildenden im Rahmen der Anleitungsfunktion.
Arbeitsort
Arbeitsort ist die Kindertageseinrichtung einschließlich des Außengeländes. Ausflüge, Waldtage und Exkursionen im Rahmen der pädagogischen Arbeit gehören zum regulären Einsatzbereich.
Abschluss & Einordnung
Vertretungsregelung
Bei Abwesenheit wird die Stelleninhaberin / der Stelleninhaber durch die pädagogischen Fachkräfte der eigenen Gruppe bzw. des Bereichs vertreten. Die konkrete Vertretung regelt die Einrichtungsleitung im Dienstplan unter Beachtung des Fachkraft-Kind-Schlüssels.
Gültigkeit & Unterschriften
Diese Stellenbeschreibung ist Bestandteil der Personalakte und wird bei wesentlichen Änderungen des Aufgabenzuschnitts überprüft und angepasst. Einrichtungsleitung und Stelleninhaberin / Stelleninhaber bestätigen die Kenntnisnahme durch ihre Unterschrift.
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Häufige Fragen: Stellenbeschreibung Erzieherin / Erzieher
Was gehört in die Stellenbeschreibung einer Erzieherin?
Eine vollständige Stellenbeschreibung für Erzieherinnen und Erzieher umfasst die organisatorische Einordnung (Unterstellung unter die Kitaleitung), die pädagogischen Kernaufgaben nach SGB VIII und dem Bildungsplan des Bundeslandes, Beobachtung und Dokumentation, Elternarbeit, Kinderschutz nach § 8a SGB VIII sowie die fachlichen und rechtlichen Anforderungen wie staatliche Anerkennung, erweitertes Führungszeugnis und Masernschutznachweis.
Wie werden Erzieherinnen nach TVöD eingruppiert?
Bei kommunalen Trägern gilt der TVöD SuE (Sozial- und Erziehungsdienst). Staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher werden in der Regel in Entgeltgruppe S8a eingruppiert, bei besonders schwierigen fachlichen Tätigkeiten in S8b. Maßgeblich sind die in der Stellenbeschreibung dokumentierten Tätigkeitsmerkmale – deshalb sollte sie die tatsächlich übertragenen Aufgaben vollständig abbilden.
Worin unterscheidet sich die Stellenbeschreibung von der Stellenanzeige?
Die Stellenbeschreibung ist ein internes Organisationsdokument: Sie regelt Aufgaben, Befugnisse, Unterstellung und Vertretung und dient als Grundlage für Eingruppierung, Zielvereinbarungen und Arbeitszeugnisse. Die Stellenanzeige ist ein Marketinginstrument zur Personalgewinnung. Aus einer sauberen Stellenbeschreibung lässt sich die Anzeige jedoch schnell ableiten, weil Aufgaben und Anforderungen bereits ausformuliert vorliegen.
Welche Qualifikation setzt die Stelle voraus?
Voraussetzung ist in der Regel die staatliche Anerkennung als Erzieherin bzw. Erzieher nach dem Abschluss einer Fachschule für Sozialpädagogik. Alternativ erfüllen Absolventinnen und Absolventen eines Studiums der Kindheitspädagogik oder Sozialen Arbeit die Fachkraftanforderungen nach dem jeweiligen Landesrecht, in Nordrhein-Westfalen etwa nach der Personalverordnung zum KiBiz.
Ist eine Stellenbeschreibung für Erzieherinnen rechtlich vorgeschrieben?
Eine gesetzliche Pflicht besteht nicht. In der Praxis ist die Stellenbeschreibung jedoch die Grundlage für die tarifgerechte Eingruppierung nach TVöD SuE, für Nachweise gegenüber Jugendamt und Betriebserlaubnisbehörde sowie für klare Zuständigkeiten im Kinderschutz. Viele Träger und Qualitätsmanagementsysteme setzen sie daher verbindlich voraus.
Weitere Stellenbeschreibungs-Muster
- Kinderpflegerin / Kinderpfleger
- Kitaleitung
- Abteilungsleiter / Abteilungsleiterin
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Grundlagen zum Aufbau finden Sie im Ratgeber Inhalt & Aufbau einer Stellenbeschreibung.